Hören – ein lebendiger Prozess
Wir hören ständig: Geräusche um uns herum, die Stimmen anderer Menschen, Sprache und Musik. Vieles davon nehmen wir auf, ohne ihm besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Doch manchmal geschieht etwas anderes. Eine Melodie berührt uns und wir horchen auf. In einer Stimme hören wir nicht nur die gesprochenen Worte. Wir hören ihren Klang und den Rhythmus der Sprache – und darüber hinaus auch Herzlichkeit, aber ebenso Anspannung oder Unsicherheit. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf das soeben Gehörte – wir beginnen hinzuhören.
Aus dem Hören kann ein aktiver Prozess werden: Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf das Zuhören, lassen uns darauf ein, beginnen zu horchen und treten in Beziehung. So kann Resonanz entstehen – mit anderen Menschen, mit Musik und auch mit uns selbst.
Der französische Arzt und Hörforscher Alfred A. Tomatis hat diesem Unterschied zwischen Hören und Horchen eine besondere Bedeutung gegeben:

