Hoerakademie Freiburg

Dr. Alfred Tomatis

Dr. Alfred Tomatis

Viel wurde über diesen umstrittenen Forscher und Arzt schon geschrieben und ist im Web nachlesbar. Für mich als Tomatis-Therapeutin und Musikerin sind seine beeindruckendsten Leistungen die Entwicklung des Elektronischen Ohres, damit verbunden sein leidenschaftlicher Forscherdrang und das unbedingte Bedürfnis, menschliche Entwicklung in aller ihrer Vielfältigkeit zu erkennen, zu würdigen und fördern zu wollen.

Eine wichtige Basis seiner Forschung war die Entdeckung und das Training der Audio-Vokalen-Schleife – so wie man hört, so spricht man. Auf Grund dieser Entdeckung hat er das „Elektronische Ohr“ entwickelt, für uns im digitalen Zeitalter ein fast „archaischer“ Equalizer mit u.a. drei getrennten Kanälen, der in seiner Einfachheit und Effizienz als therapeutisches Tool immer noch beeindruckende Veränderungen bewirken kann. Dass so ein Gerät, und somit die Therapie, sich der Zeit und dem digitalen Wandel anpassen muss, ist selbstverständlich und so ist in den letzten 15 Jahren eine enorme Veränderung in der Tomatis-Therapie vollzogen worden.


Hörtherapie nach Tomatis heute und in der Hörakademie Freiburg

Die Tomatis-Therapie wird häufig nur als „technische“ Therapie-Maßnahme wahrgenommen, da in den Berichten über die Therapieerfolge das „Elektronische Ohr“ so einen großen Platz in der Beschreibung und Erklärung einnimmt. In unser technikaffinen Gesellschaft wird auch gerne die schnelle Lösung von Problemen mit Hilfe von Geräten als attraktiv und bequem gesehen.

Allerdings trägt maßgeblich zum Erfolg der Tomatis-Hörtherapie die vorbereitete, Halt und Orientierung gebende Einrichtung der Hörtherapiepraxis bei, die es ermöglicht, zur Ruhe zu kommen und sich wohl zu fühlen, um sich ganz auf das hörtherapeutische Angebot einlassen zu können. Nur Veränderungen, die in Ruhe und in ihrem Tempo stattfinden dürfen, können gut verankert werden und stehen dann auch im Alltag zur Verfügung.

Der tägliche Kontakt zwischen dem Klienten und uns ermöglicht auch ein tägliches Verändern des Hörprogramms und somit eine komplett individualisierte Behandlung.

Unvoreingenommes Zuhören, Resonanzfähigkeit, Achtung und Respekt gegenüber den Haltungen, den Lebensumständen und der Wahrnehmung unserer Klienten sind Handlungsrichtlinien für uns im Kontakt mit ihnen. Wir sehen uns als Begleiter in einem intensiven Veränderungsprozess der Wahrnehmung und Persönlichkeitsentwicklung, und so geht unser Angebot weit über ein rein technisches Hörtraining hinaus.

Nur so kann der Leitsatz zur Durchführung einer Hörtherapie: „so kurz wie möglich, so lang wie nötig“ umgesetzt werden.

Dennoch sollte die hörtherapeutische Technik, d.h. das Elektronische Ohr, die Klangmedien, die speziellen Kopfhörer, auf dem besten technischen Stand sein, den es aktuell gibt. Das war ein wichtiges Anliegen einiger Tomatis-Kollegen, ein neue, digitale Version des „Elektronischen Ohres“, das „app-ear“, entwickeln zu lassen.


Die neue Software „app-ear“

Mit einem Kollegenkreis von Tomatis-TherapeutInnen aus der Schweiz, Italien, Belgien und Deutschland wurde im April 2012 die UG „app-support“ gegründet. Das Wissen aus diesen so unterschiedlichen Ländern und therapeutischen Kulturen haben wir in eine neue, digitale Version des Elektronischen Ohres, dem "app-ear" ( app = Audio-Psycho-Phonologie), einfließen zu lassen. Wichtig war uns dabei, nicht profit-orientiert zu agieren, sondern eine Unternehmensform zu finden, die eine Unterstützung von Weiterentwicklung und Forschung zu Gunsten der Tomatis-Therapie möglich macht.

Alle Anteilseigner der UG arbeiten seit der Gründung ehrenamtlich für dieses Projekt. So verwirklichen wir unsere Vision, mit einem stetig wachsenden internationalen Kollegenkreis, der das „app-ear“ für die Therapie nutzt, durch einen intensiven fachlich-kollegialen Austausch die Weiterentwicklung des Elektronischen Ohres und somit der Hörtherapie zu ermöglichen, wovon vor allem unsere Klienten profitieren.

In Zusammenarbeit mit Dr. Peter Schneider aus Heidelberg hat die UG app-support 2017 ein digitales Testverfahren von 3 vorsprachlichen Tests zur Hörverarbeitung und -wahrnehmung entwickelt. Diese Testverfahren sind nicht nur ein neues diagnostisches Tool, sondern dokumentieren auch den Verlauf der Hörtherapien und können zukünftig als Grundlage zur weiteren Erforschung der Wirksamkeit der Hörtherapie dienen.